| Obstwiesen
gehörten über Jahrhunderte zu den artenreichsten Lebensräumen,
die vom Menschen geschaffen wurden. Veränderte Bewirtschaftung und
Flurbereinigung haben in den letzten Jahrzehnten die meisten verschwinden
lassen. Ein Verlust in vielerlei Hinsicht, wie ein Blick auf die Vielgestaltigkeit
dieses Landschaftsbestandteils belegt. "Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen." (Martin Luther) Auch wer sich bisher nicht so intensiv mit dem Gedanken an den Weltuntergang beschäftigt hat wie der Kirchenmann, darf den zweiten Teil des Luther-Zitats durchaus als wertvollen Hinweis verstehen, denn: Jeder kann und sollte Obstbäume pflanzen! Das ist keine Arbeit nur für Fachleute und es macht Spaß, denn wir schaffen damit etwas Dauerhaftes. Ein Birnbaum kann beispielsweise 150 Jahre alt werden. Den Nutzen aus dieser Aktion haben nicht nur wir selber, die wir das Obst ernten und verwerten wollen, sondern auch eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und anderen Tieren, denen Stamm, Blätter und Blüten der Obstbäume Wohnung und Nahrung bieten. Selbst das Fallobst, was nicht geerntet wird, wird von Vögeln, Tagfaltern, Wespen, Igeln und anderen gern angenommen. Eine Obstbaumwiese (auch Streuobstwiese genannt, weil die Obstbäume über die Fläche "verstreut sind) besitzt also als "Kulturlebensraum" einen hohen ökologischen Wert. Dies gilt natürlich vor allem für alte Obstwiesen, die sehr artenreiche Tierlebensgemeinschaften beherbergen. Als optisch-ästhetische Bereicherung der Landschaft bieten sie aber auch dem Menschen etwas, und die ungespritzten Früchte aus Streuobstanbau leisten einen Beitrag zur gesunden Ernährung. Sie eignen sich aufgrund der Sortenvielfalt besonders für die Verarbeitung zu hochwertigen Obstsäften.
Welche Obstsorten eignen sich für Streuobstwiesen? |
Apfelbaum zur Erntezeit
Eine Obstbaumwiese im Frühling
Jugendliche beim Anlegen einer Obstbaumwiese |